Arglistige Täuschung beim Autokauf – Tipps für den Rücktritt vom Kaufvertrag

Arglistige Täuschung beim Autokauf: Laut BGB ist der Kaufvertrag dann anfechtbar.

Arglistige Täuschung beim Autokauf: Laut BGB ist der Kaufvertrag dann anfechtbar.

Sie haben nach langem Suchen endlich den perfekten Gebrauchtwagen gefunden. Die Besichtigung und die Probefahrt verlaufen problemlos, das Fahrzeug macht einen guten Eindruck und bei der Preisverhandlung können Sie noch ein paar hundert Euro herausschlagen.

Der Verkäufer versichert Ihnen zudem, dass das Auto unfallfrei ist. Sie unterschreiben also den Kaufvertrag, überweisen das Geld und holen das Auto ab.

Doch schon nach kurzer Zeit kommt es zu Problemen mit dem Fahrzeug. Ein Besuch in der Werkstatt bringt die Gewissheit: Ein unsachgemäß reparierter Unfallschaden ist die Ursache des Übels. Was können Sie nun unternehmen?

Arglistige Täuschung beim Autokauf: Kurz & Knapp
  • Der Verkäufer muss wahrheitsgemäß auf Ihre Fragen antworten und einen wichtigen Mangel auch ungefragt offenbaren.
  • Kommt er dieser Pflicht nicht nach, liegt beim Autokauf eine arglistige Täuschung vor.
  • Kann der Käufer dies beweisen, ist der Rücktritt vom Kaufvertrag für den Gebrauchtwagen möglich.

Handelt es sich hierbei um eine arglistige Täuschung beim Autokauf? Wie beweisen Sie, dass der Verkäufer falsche Angaben gemacht hat? Können Sie vom Kaufvertrag zurücktreten und das Fahrzeug zurückgeben? Diese und weitere Fragen beantworten wir im folgenden Ratgeber.

Wann liegt arglistige Täuschung beim Autokauf vom Händler vor?

Arglistige Täuschung beim Autokauf liegt vor, wenn der Verkäufer Schäden verschweigt.

Arglistige Täuschung beim Autokauf liegt vor, wenn der Verkäufer Schäden verschweigt.

Sowohl gewerbliche als auch private Verkäufer haben gewisse Aufklärungspflichten. Stellt der potenzielle Käufer eine konkrete Frage zum Zustand des Fahrzeugs, muss diese wahrheitsgemäß beantwortet werden.

Außerdem darf der Verkäufer Fragen nicht ins Blaue hinein beantworten. Hat er also keinen genauen Kenntnisstand über den Zustand des Fahrzeugs, so muss er dies zugeben und angeben, dass es sich bei seinen Einschätzungen um Vermutungen handelt.

Des Weiteren muss der Verkäufer auf einen Mangel, der von wesentlicher Bedeutung ist, auch ohne Nachfrage hinweisen. Ein solcher Mangel liegt beispielsweise bei einem Unfallschaden vor.

Kommt der Verkäufer diesen Pflichten nicht nach, liegt eine arglistige Täuschung beim Autokauf vor.

Es ist häufig sehr schwierig, die arglistige Täuschung beim Autokauf zu beweisen. Aus diesem Grund sollten Sie immer einen Zeugen zu den Vertragsverhandlungen mitnehmen. Achten Sie außerdem darauf, dass der Verkäufer alle besprochenen Punkte im Kaufvertrag vermerkt.

Gibt es arglistige Täuschung auch beim Autokauf von privat?

Private Verkäufer können die Haftung im Kaufvertrag ausschließen. Sie sind demnach in der Regel nicht dazu verpflichtet, einen Mangel, der schon vor dem Verkauf bestand, zu beheben. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Käufer keine Rechte hat, wenn ihm ein Mangel am Gebrauchtwagen vorsätzlich verschwiegen wurde.

Auch beim Autokauf von privat können Sie die Rückabwicklung fordern, wenn Sie die arglistige Täuschung nachweisen können.

Das können Sie tun, wenn Sie vorsätzlich getäuscht wurden

Laut dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) gilt Folgendes:

Wer zur Abgabe einer Willenserklärung durch arglistige Täuschung oder widerrechtlich durch Drohung bestimmt worden ist, kann die Erklärung anfechten. (§ 123 Abs. 1 BGB)

Handelt es sich um arglistige Täuschung beim Autokauf, sind keine Fristen zu beachten. Sie sollten aber zeitnah reagieren.

Handelt es sich um arglistige Täuschung beim Autokauf, sind keine Fristen zu beachten. Sie sollten aber zeitnah reagieren.

Wenn Sie die arglistige Täuschung beim Autokauf nachweisen können, haben Sie demnach die Möglichkeit, den Kaufvertrag anzufechten. Hierdurch wird dieser aufgehoben und Sie können den Kaufpreis gegen Rückgabe des Autos zurückverlangen.

Möchten Sie das Auto behalten, können Sie sich auf die Gewährleistung berufen. Dies ist auch dann möglich, wenn ein Haftungsausschluss vereinbart wurde. Sie können dann als Käufer folgende Rechte geltend machen:

  • Nacherfüllung (Reparatur oder Neulieferung)
  • Minderung des Kaufpreises
  • Schadensersatz
Im Fall der Fälle ist für den Käufer die kompetente Beratung durch einen Fachanwalt für Verkehrsrecht zu empfehlen. Dieser spezialisierte Rechtsanwalt ist nämlich auch Experte für das Verkehrsvertragsrecht.
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4 Gedanken zu „Arglistige Täuschung beim Autokauf – Tipps für den Rücktritt vom Kaufvertrag

  1. Alfred I.

    Ich habe am 25.April 2017 ein gebrauchtes Wohnmobil von Privat gekauft. Der Verkäufer versicherte auf Nachfrage im Beisein von meiner Frau, dass der Zahnriemen im letzten Jahr gewechselt worden sei. Es ist auch ein entsprechender Aufkleber im Türraum vorhanden , aber ohne Werkstattangabe ! Der Verkäufer wollte mir eine Rechnungskopie nachreichen – darüber gibt es SMS + Whats-App “Verkehr”. Bist heute ist die Kopie nicht eingetroffen. Auf das letzte nachfragen hin (vor 2 Wochen) erklärte er, er habe noch eine Kopie, die er mir dann zusenden wolle – die erste hätte er abgeschickt, die sei dann wohl auf dem Postwege verloren gegangen ?
    Könnte ich hier (Rechtsschutz vorhanden) mit einem Rücktritt vom Kaufvertrag – bei gleichzeitiger Rücknahme des Wohnmobils – wegen arglistiger Täuschung drohen, damit es endlich klappt ? Eigentlich möchte ich es nicht zurück geben, denn es ist ansonsten i.O. Aber den nachweis des Zahnriemenwechsels hätte ich schon gern, denn das ist besonders wichtig für ein Fahrzeug mit 125.000 km Laufleistung .
    Es wäre schön, eine Antowrt von Ihnen zu bekommen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Alfred I.

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    1. autokauf.org Beitragsautor

      Hallo Alfred,

      wir dürfen Ihnen an dieser Stelle leider keine kostenlose Rechtsberatung anbieten. Ein Anwalt für Verkehrsrecht kann Sie kompetent beraten.

      Ihr Team von autokauf.org

      Antworten
  2. Katharina K.

    Als ich privat ein Auto kaufte wurde uns mittgeteilt das die Schelle etwas kaputt ist. 1 1/2 Monate später bemerkte ich das mein Auto viel zu laut ist und etwas nicht stimmt. Nach einem Werkstattbesuch stellte sich heraus das die komplette Auspuffanlage kaputt ist ind ausgetauscht werden muss. Handelt es sich hierbei um eine arglistische Täuschung?

    Antworten
    1. autokauf.org Beitragsautor

      Hallo Katharina,

      um eine arglistige Täuschung handelt es sich dann, wenn der Verkäufer von den Mängeln wusste, ihnen dies jedoch bewusst nicht mitgeteilt hat. Inwiefern das bei Ihnen der Fall ist, lässt sich aus der Ferne schwer beurteilen. Ein Anwalt kann Sie diesbezüglich beraten.

      Ihr Team von autokauf.org

      Antworten

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