Die Probefahrt – Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum neuen Auto

Ein Auto sollten Sie vor dem Kauf grundsätzlich probefahren.

Ein Auto sollten Sie vor dem Kauf grundsätzlich probefahren.

Der Kauf eines Neu- oder Gebrauchtwagens geht immer mit hohen Kosten einher, deshalb sollte die Kaufentscheidung gut durchdacht sein. Damit Sie nicht negativ überrascht werden und Ihr hart verdientes Geld für ein mängelbehaftetes Exemplar ausgeben, ist eines besonders wichtig: die Probefahrt.

Nur hier können Sie feststellen, ob Ihnen das Fahrzeug wirklich liegt, wie es sich fahren lässt, wie groß der Fahrspaß ist und ob eventuell Mängel vorliegen. Einem teuren Fehlkauf können Sie auf diese Weise vorbeugen.

Ohne eine gute Vorbereitung sollten Sie jedoch keine Probefahrt antreten. Muss vor der Probefahrt ein Vertrag abgeschlossen werden? Wie lange sollten Probefahrten idealerweise dauern? Muss für die Probefahrt eine Versicherung abgeschlossen werden? Diese und weitere Fragen werden im folgenden Ratgeber geklärt.

Das sollten Sie wissen, bevor Sie eine Testfahrt antreten

Machen Sie sich mit dem Fahrzeug vertraut, bevor Sie es zur Probe fahren.

Machen Sie sich mit dem Fahrzeug vertraut, bevor Sie es zur Probe fahren.

Die Testfahrt ist einer der entscheidenden Schritte beim Autokauf oder wenn Sie sich für ein Leasing-Fahrzeug interessieren. Zunächst sollten Sie sich vom Verkäufer alle Funktionen und das Zubehör des Wagens erklären lassen.

Sie sollten den Sitz und das Lenkrad einstellen, so dass Sie bequem Platz nehmen können. Auch wenn es noch so banal klingt: Lassen Sie sich zeigen, wo alle Schalter und Hebel sitzen, beispielsweise für das Licht oder die Feststellbremse.

Machen Sie sich mit der Gangschaltung oder der Automatik vertraut und achten Sie darauf, dass Sie alle Bedienelemente problemlos erreichen können. Außerdem sollten Sie einen guten Blick auf alle Anzeigen haben.

Bevor Sie ein Auto probefahren, sollten Sie sich mit diesem vertraut machen. So werden Sie während der Fahrt nicht abgelenkt, weil Sie eine wichtige Funktion suchen.

Die Probefahrtvereinbarung – Absicherung für Sie und den Verkäufer

Bevor Sie einen Wagen zur Probe fahren, sind zunächst einige formelle Dinge zu klären. Sie müssen sich ausweisen und mit Ihrem Führerschein belegen, dass Sie tatsächlich ein Fahrzeug führen dürfen. Ihre Angaben werden dann in den Vertrag für die Probefahrt eingetragen.

Möchten Sie einen Gebrauchtwagen kaufen, sollten im Vorhinein mögliche Mängel und Schäden aufgenommen und in die Vereinbarung für die Probefahrt aufgenommen werden.

Außerdem sollten folgende weitere Angaben und Daten vor der Probefahrt in das Formular eingetragen werden:

  • Datum
  • Genauer Zeitpunkt der Fahrt
  • Kennzeichen des Fahrzeugs
  • Wer übernimmt bei der Probefahrt die Kosten für den verbrauchten Kraftstoff?
  • Testzeitraum
  • Angabe der Kilometer, die zurückgelegt werden dürfen
Eine Probefahrt ohne Kennzeichen ist nicht möglich! Händler können zu diesem Zweck ein Rotes Kennzeichen beantragen, Privatleute ein Kurzzeitkennzeichen. Nur so ist auch eine Probefahrt für ein abgemeldetes Fahrzeug machbar.

Was ist mit dem Versicherungsschutz?

Ein Kennzeichen für die Probefahrt ist unerlässlich.

Ein Kennzeichen für die Probefahrt ist unerlässlich.

Des Weiteren sollten Sie auch die Versicherung bei der Probefahrt bedenken. Möchten Sie einen Neuwagen kaufen, können Sie meist davon ausgehen, dass der Wagen vollkaskoversichert ist.

Meist wird dann für die Probefahrt laut Vereinbarung jedoch eine Selbstbeteiligung gefordert. Sollte es zu einem Unfall kommen, liegt diese dann meist zwischen 1000 und 2000 Euro.

Kann Ihnen jedoch grob fahrlässiges Verhalten vorgeworfen werden – beispielsweise weil Sie alkoholisiert hinterm Steuer saßen oder zu schnell unterwegs waren – kann der Verkäufer Schadenersatz fordern.

Auch bei der Probefahrt beim Privatverkauf sollten Sie auf einer schriftlichen Vereinbarung bestehen. Lassen Sie sich genau erklären, wie das Fahrzeug versichert ist. Manche Versicherungen sind erst ab einer gewissen Altersstufe gültig. Eine Probefahrt mit 18 – also für junge Fahranfänger – kann möglicherweise nicht erlaubt sein.

Sprechen Sie außerdem ab, wie die Haftung im Falle eines Unfalls geklärt ist. Sollte eine Kaution als Sicherheit gefordert werden, muss diese auch vermerkt werden.

Unfall bei der Probefahrt – Was ist zu tun?
Passiert während der Probefahrt ein Unfall, sollten Sie sofort den Händler und die Polizei informieren. So kann das weitere Vorgehen besprochen werden.

Wie lange sollte die Fahrt dauern?

Eine Probefahrt sollte mindestens 45 Minuten dauern.

Eine Probefahrt sollte mindestens 45 Minuten dauern.

Ein wichtiger Punkt bei der Probefahrt betrifft die Dauer. Meist wird zu einem Zeitraum von etwa 45 Minuten geraten – es sollte sich also um einen ausgiebigen Test handeln.

Wenn möglich, sollten Sie außerdem einen Zeitpunkt wählen, an dem Sie ein niedriges Verkehrsaufkommen erwarten. So können Sie sich voll und ganz auf die Probefahrt und das Fahrzeug konzentrieren.

Die Dauer des Tests sollten Sie allerdings im Vorhinein mit dem Verkäufer absprechen. Vorsicht ist geboten, wenn dieser Sie zu einer kurzen Fahrt drängen will. Häufig geben unseriöse Händler vor, dass weitere Probefahrten direkt nach Ihnen geplant sind und Ihnen aus diesem Grund nicht viel Zeit bleibt.

Doch ohne eine ausgiebige Probefahrt sollten Sie grundsätzlich keinen Pkw erwerben, vor allem keinen Gebrauchtwagen. Nehmen Sie dann lieber Abstand und konzentrieren Sie sich auf andere Angebote von einem seriösen Händler.

Eine Probefahrt mit nur einem Fahrzeug reicht meist nicht aus. Eine wirklich fundierte Entscheidung können Sie nur dann treffen, wenn Sie mehrere Modelle miteinander verglichen haben.

Welche Strecke sollten Sie fahren?

Auch beim Motorrad ist die Probefahrt unerlässlich.

Auch beim Motorrad ist die Probefahrt unerlässlich.

Bereits bevor Sie mit dem Auto die Probefahrt antreten, sollten Sie eine Strecke festlegen, auf der Sie den Pkw bestmöglich testen können. Fahren Sie nicht nur im Stadtverkehr, sondern planen Sie auch schnellere Streckenabschnitte – Autobahn und/oder Landstraße – ein.

Nur so können Sie das Kfz auch beim zügigen Fahren testen. Hier können Sie auch überprüfen, ob die Geräuschkulisse bei hohen Geschwindigkeiten stark zunimmt. Wer häufig auf der Autobahn unterwegs ist, sollte Wert auf ein Auto legen, bei dem die Lautstärke moderat bleibt.

Beinhaltet die Strecke auch Fahrten über Kopfsteinpflaster, können Sie hier auf ungewöhnliche Geräusche achten. Der Wagen sollte nicht klappern, wenn Sie sich auf unebenem Untergrund vorwärts bewegen. Gerade hier zeigt sich außerdem der Fahrkomfort des Pkw.

In der Stadt sollten Sie zudem prüfen, wie gut sich der Pkw rangieren lässt. Kommen Sie problemlos auch in kleinere Parklücken? Im Stadtverkehr mit häufigen Stop-and-Go-Phasen können Sie außerdem testen, ob das Getriebe problemlos funktioniert und Sie mit der Schaltung gut zurechtkommen.

Nutzen Sie die verschiedenen Streckenabschnitte außerdem dazu, den Spritverbrauch des Autos zu überprüfen. Wie verhält sich dieser, wenn Sie spät hochschalten oder mit hoher Geschwindigkeit fahren?

Nehmen Sie grundsätzlich auch immer eine Begleitperson als Ratgeber mit, wenn Sie Autos probefahren. Oftmals kann diese Ihnen weitere hilfreiche Tipps geben oder ihr fallen wichtige Punkte auf, die Ihnen entgangen sind. Sollte Ihre Begleitperson jedoch auch fahren wollen, müssen Sie den Verkäufer darüber in Kenntnis setzen.

Die Probefahrt beim Motorrad – Unerlässlich vor dem Kauf
Wenn Sie ein Motorrad probefahren, sollten Sie auf einem Start bei kaltem Motor bestehen. Horchen Sie genau hin: Können Sie auffällige Geräusche wie Rasseln oder Klappern vernehmen? Tritt bei Standgas oder beim Beschleunigen Rauch aus dem Auspuff? Vibriert der Motor? Besonders wichtig: Testen Sie die Funktion der Bremsen und der Lenkung.

Probefahrt beim Gebrauchtwagen – Seien Sie aufmerksam!

Probefahrt-Vertrag: Beim Privat-Kauf ist dieser besonders wichtig.

Probefahrt-Vertrag: Beim Privat-Kauf ist dieser besonders wichtig.

Besonders wichtig ist die Testfahrt natürlich, wenn Sie einen Gebrauchten erwerben möchten. Hier können Sie Mängel feststellen, die durch eine bloße Besichtigung nicht auffallen.

Starten Sie den Motor auf jeden Fall kalt, ansonsten könnten mögliche Startprobleme unentdeckt bleiben. Er sollte problemlos und zügig anspringen. Achten Sie auf die Kontrolllampen, diese sollten spätestens nach zwei Sekunden erlöschen.

Testen Sie alle Hebel, Schalter und elektrischen Geräte. Auch die komplette Beleuchtung sollte einwandfrei funktionieren. Nachdem Sie das Radio getestet haben, sollten Sie dieses jedoch ausstellen – nur so können Sie sich ganz auf die Geräuschkulisse konzentrieren. Hören Sie ungewöhnliche Geräusche, zum Beispiel von den Reifen?

Testen Sie anschließend die Kupplung. Schalten Sie bei angezogener Feststellbremse in den zweiten oder dritten Gang und lassen Sie die Kupplung kommen. Der Motor sollte absterben. Tut er dies nicht, muss die Kupplung wahrscheinlich bald ausgetauscht werden.

Probefahrt übers Wochenende – Ist das möglich?
Vor allem für hochpreisige Modelle der Premiumhersteller werden auch längere Probefahrten angeboten, die durchaus ein ganzes Wochenende dauern können. Hierzu müssen Sie einen Termin mit dem Autohaus vereinbaren.
Sollte eine längere Probefahrt nicht möglich sein, besteht manchmal auch die Möglichkeit, einen Vorführwagen für einige Tage zu mieten. Sollten Sie dann tatsächlich als Folge einen Kaufvertrag abschließen, werden Ihnen die Kosten, die durch das Mieten entstanden sind, häufig gutgeschrieben.
Nach der Gebrauchtwagen-Probefahrt können Sie eine Entscheidung treffen.

Nach der Gebrauchtwagen-Probefahrt können Sie eine Entscheidung treffen.

Checken Sie des Weiteren die Funktion der Bremsen. Sie sollten keine auffälligen Geräusche hören, außerdem darf der Pkw beim Bremsen nicht nach links oder rechts ziehen. Überprüfen Sie auch die Funktion des Anti-Blockier-Systems (ABS). Bei einer Vollbremsung sollten die Reifen nicht blockieren.

Auf einer geraden, wenig befahrenen Strecke sollten Sie einmal das Lenkrad loslassen und testen, ob das Kfz geradeaus weiterfährt. Tut es dies nicht, kann es sein, dass die Spur falsch eingestellt ist. Dies kann jedoch auch ein Hinweis auf einen Unfallschaden sein.

Schalten Sie außerdem alle Gänge durch und fahren Sie abwechselnd mit niedriger Drehzahl und unter Volllast. Es sollte kein schwarzer Rauch aus dem Auspuff zu sehen sein. Achten Sie außerdem auf die Temperaturanzeige des Kühlwassers. Sie sollte nur minimal ansteigen und bei langsamer Fahrt wieder absinken.

Wenn Sie Mängel feststellen, sollten Sie diese dem Verkäufer mitteilen. Unter Umständen können diese dann noch vor dem Verkauf beseitigt werden. Bei schwerwiegenden Fehlern sollten Sie jedoch vom Kauf absehen.

Kennen Sie sich nicht gut mit Autos aus, können Sie auch einen Gebrauchtwagen-Check bei einer Prüfstelle durchführen lassen. Für diesen fallen zwar Kosten in Höhe von etwa 100 Euro an, jedoch ist dieses Geld meist gut angelegt.

Tipp!
Nehmen Sie eine Checkliste für die Probefahrt mit. Ihre Begleitperson kann diese während der Fahrt ausfüllen. So übersehen Sie keine wichtigen Punkte und können eine fundierte Entscheidung treffen.
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Ein Gedanke zu „Die Probefahrt – Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum neuen Auto

  1. Christina

    Ich möchte ein Auto kaufen und suche nach der nützlichen Info, die mir mit verschiedenen Aspekten helfen kann. Ich habe ein tolles Modell gefunden, aber habe keine Ahnung, wie es auf dem Weg bewegt, und ich überlege, ob es sowas wie Probefahrt möglich ist. In diesem Artikel habe ich wirklich nützliche Tipps gefunden, z. B. wie lange Probefahrten dauern sollten oder ob eine Versicherung abgeschlossen werden muss. Ich wusste nicht davor, dass einer Zeitraum von etwa 45 Minuten für die Probefahrt ziemlich genug ist. Vielen Dank für den tollen Artikel!

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