Gewährleistung fürs Auto – Tipps für den Kauf vom Händler

Gemäß deutschem Recht muss ein Händler die Gewährleistung für ein Auto übernehmen.

Gemäß deutschem Recht muss ein Händler die Gewährleistung für ein Auto übernehmen.

Der deutsche Markt für Gebrauchtwagen boomt. Laut Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) wechselten im Jahr 2015 rund 7,33 Millionen Kraftfahrzeuge den Besitzer. Im Vergleich zum Vorjahr stellt dies ein sattes Plus von 3,4 Prozent beim Gebrauchtwagenkauf dar – ein echter Erfolg für die Branche.

Besonders nachgefragt wurden dabei Pkw, die jünger als ein Jahr alt waren. Dies ist nicht verwunderlich, stellen doch gerade Tageszulassungen und Jahreswagen eine günstige Möglichkeit dar, ein gut ausgestattetes und modernes Fahrzeug zu einem Preis zu erwerben, der weit unter dem für einen vergleichbaren Neuwagen liegt.

Gewährleistung beim Autokauf: Kurz & Knapp
  • Die Gewährleistung greift nur, wenn der bemerkte Mangel zum Zeitpunkt des Kaufes schon vorlag
  • Gewerbliche Händler sind zur Gewährleistung verpflichtet.
  • Privatpersonen können im Kaufvertrag eine Haftungsasschluss vornehmen – prüfen Sie den Kaufvertrag dementsprechend.
  • Garantie und Gewährleistung sind nicht zu verwechseln – erstere ist eine freiwillige Leistung.

Aber egal ob junger oder alter Gebrauchtwagen: Es kann vorkommen, dass Ihnen nach der Übergabe Mängel am Fahrzeug auffallen. In welchen Fällen greift die Gewährleistung für das Auto? Was ist eine Garantie? Kann beim Autokauf die Gewährleistung vom Händler ausgeschlossen werden? Welche Rechte haben Käufer? Diese und weitere Fragen werden im folgenden Ratgeber beantwortet.

Wann gilt die Gewährleistung beim Autokauf?

Streit um die Gewährleistung beim Autokauf vom Händler: Oft muss ein Sachverständiger bei der Klärung helfen.

Streit um die Gewährleistung beim Autokauf vom Händler: Oft muss ein Sachverständiger bei der Klärung helfen.

Erstehen Sie einen Gebrauchtwagen bei einem gewerblichen Verkäufer, ist dieser laut deutschem Recht zur Gewährleistung für das Kfz verpflichtet. Das bedeutet, dass er ab dem Kauf zwei Jahre lang für Mängel einstehen und diese beheben muss.

Damit der Käufer die Gewährleistung vom Autohändler einfordern kann, muss der Schaden jedoch schon zum Zeitpunkt des Kaufs vorgelegen haben.

Während der ersten sechs Monate nach der Übergabe des Fahrzeugs wird davon ausgegangen, dass der Mangel schon beim Kauf vorlag. In diesem Zeitraum muss der Verkäufer das Gegenteil beweisen, wenn er den Schaden nicht beheben möchte.

Nach sechs Monaten kehrt sich die Beweislast jedoch um. Dann steht der Käufer in der Pflicht und muss nachweisen, dass die Mängel bereits zum Übergabezeitpunkt bestanden.

Verschleiß oder Mangel? Probleme bei der Kfz-Gewährleistung

Normaler Verschleiß wird nicht von der Gewährleistung fürs Auto abgedeckt. Aus diesem Grund kommt es oft zu Streitigkeiten zwischen Käufer und Händler. Eine genaue Abgrenzung zwischen üblichem Verschleiß und Mangel ist häufig jedoch schwer zu treffen. Nicht selten landen solche Auseinandersetzungen dann vor Gericht. Das Urteil eines Sachverständigen kann helfen.

Gibt es eine Gewährleistung beim Autokauf von privat?

Wie bereits erwähnt, ist ein Autohändler gesetzlich zur Gewährleistung verpflichtet. Anders verhält sich dies jedoch beim Privatverkauf. Hier ist es möglich, einen Gewährleistung- und Haftungsausschluss in den Kaufvertrag aufzunehmen.

Entdecken Sie nach dem Kauf einen Mangel, muss der private Verkäufer also nicht für die Behebung der Probleme sorgen. Umfasst der Vertrag jedoch keinen Ausschluss der Gewährleistung für das Auto, so gelten für ihn die gleichen Regeln wie für einen Händler.

Der Unterschied zwischen Garantie und Gewährleistung beim Auto

Die Gewährleistung fürs Auto ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Garantie hingegen ist eine freiwillige Leistung.

Die Gewährleistung fürs Auto ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Garantie hingegen ist eine freiwillige Leistung.

Die Begriffe Gewährleistung und Garantie werden beim Gebrauchtwagenkauf häufig synonym verwendet, dabei handelt es sich jedoch um zwei unterschiedliche Konzepte.

Der gewerbliche Verkäufer ist gesetzlich zur Gewährleistung fürs Auto verpflichtet, eine Garantie ist jedoch eine freiwillige Leistung. Diese muss dem Käufer ausdrücklich zugesagt werden. Häufig wird beispielsweise eine Garantieurkunde ausgestellt.

Welche Leistungen und Rechte die Garantie umfasst, unterscheidet sich je nach Einzelfall. Eine genaue Überprüfung der Bedingungen der Gebrauchtwagengarantie ist daher unerlässlich. Im Gegensatz zur Gewährleistung fürs Auto ist es bei der Garantie unerheblich, wann der Mangel auftritt. Während der Garantiezeit ist der Verkäufer dazu verpflichtet, bestimmte Fehler, welche in den Bedingungen festgelegt sind, zu beheben.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (59 Bewertungen, Durchschnitt: 4,50 von 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.