Oldtimer kaufen – Tipps für den Kauf eines echten Klassikers

Was ist beim Kauf eines Oldtimers zu beachten? Die Kategorie “Oldtimer” auf autokauf.org bietet Ihnen Informationen zu diesem Thema.

Die wichtigsten Themen im Überblick:

Oldtimer-Finanzierung
Auf dem Oldtimermarkt finden Sie auch Ihren Traumwagen.

Auf dem Oldtimermarkt finden Sie auch Ihren Traumwagen.

Das erste Auto – viele denken wehmütig an die guten alten Zeiten zurück: ein Gefühl von Freiheit beim ersten Urlaub oder Ausflugsfahrten mit Freunden. Kaum erblicken sie heute so ein altes Schätzchen, wächst der Wunsch, sich mit einem solchen Klassiker die Vergangenheit ein wenig zu bewahren.

Und auch bei jüngeren Auto-Fans werden Oldtimer immer beliebter – sei es nun als Hobby oder als Wertanlage. Anfang 2016 waren laut Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes 388.120 Fahrzeuge mit einem Historienkennzeichen zugelassen. Das macht ein sattes Plus von 11% im Vergleich zum Vorjahr.

Was müssen Sie aber beachten, wenn Sie selber einen Oldtimer kaufen möchten? Welche Unterschiede gibt es zum regulären Autokauf? Welchen Preis sollten Sie ansetzen? Können Sie Oldtimer auch in den Kleinanzeigen finden? Welche Händler verkaufen Oldies? Diese und weitere Fragen werden im folgenden Ratgeber geklärt.

Was ist eigentlich ein Oldtimer?

Bei einer Oldtimerbörse im Internet können Sie sich über Preise informieren.

Bei einer Oldtimerbörse im Internet können Sie sich über Preise informieren.

Bei einem Oldtimer handelt es sich um ein Kraftfahrzeug, das mindestens 30 Jahre alt ist. Nicht nur Autos, sondern auch Motorräder, Lkw, Traktoren oder Busse können in diese Kategorie fallen. In § 2 Abs. 22 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) werden Oldtimer wie folgt definiert:

Fahrzeuge, die vor mindestens 30 Jahren erstmals in Verkehr gekommen sind, weitestgehend dem Originalzustand entsprechen, in einem guten Erhaltungszustand sind und zur Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes dienen.”

Wenn Sie einen Oldtimer kaufen möchten, reicht es also nicht aus, dass dieser ein gewisses Alter erreicht hat. Er sollte gut gepflegt und möglichst nahe am Originalzustand sein. Moderne Ersatz- oder Zubehörteile sind hier also tabu.

Das H-Kennzeichen für historische Fahrzeuge

Oldies erkennen Sie am H-Kennzeichen. Dieses gleicht in seinem Aufbau dem regulären deutschen Nummernschild, weist jedoch am Ende der abschließenden Zahlenreihe den Buchstaben „H“ auf – dies steht für „historisch“.

Damit Sie ein solches Kennzeichen für historische Fahrzeuge beantragen können, muss ein Oldtimer-Gutachten vorliegen. Hier wird geprüft, ob die Hauptbaugruppen des Kfz dem Original entsprechen und ob es sich in einem guten Zustand befindet. Es darf keine schwereren Mängel oder Gebrauchsspuren aufweisen.

Außerdem muss das Fahrzeug über eine gültige Hauptuntersuchung (HU) verfügen. Sowohl das Gutachten als auch die HU können Sie von einem Sachverständigen einer Prüfstelle – beispielsweise DEKRA oder TÜV – durchführen lassen.

Verfügt das Fahrzeug über ein H-Kennzeichen, können Sie von Steuervorteilen profitieren. Für Pkw liegt der einheitliche Steuersatz bei 191,74 Euro. Möchten Sie ein Oldtimer-Motorrad kaufen, fällt jährlich ein Preis von 46,02 Euro für die Steuer an.

Gut informiert zum Oldtimerkauf

Echte Fans können auch Motorrad-Oldtimer kaufen.

Echte Fans können auch Motorrad-Oldtimer kaufen.

Wer plant, Oldtimer-Autos zu kaufen, sollte zunächst diesen wichtigen Grundsatz befolgen: Informieren Sie sich ausführlich über die für Sie in Frage kommenden Fahrzeuge und die Lage auf dem Markt. Dies gilt nicht nur für Pkw, sondern auch, wenn Sie beispielsweise einen Lkw-Oldtimer kaufen möchten.

Nutzen Sie hierfür Fachzeitschriften, machen Sie sich in einschlägigen Internetforen kundig oder kontaktieren Sie Oldtimer-Clubs.

Profitieren Sie hier von echtem Insider-Wissen. Oftmals können auf diese Weise auch Kontakte zu Händlern und Verkäufern aufgebaut werden.

Informieren Sie sich außerdem über den Markt für Ersatzteile. Vor allem für Exoten sind diese häufig nur schwer zu bekommen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, setzt auf einen beliebten Oldie. Hier können Sie mit einer guten Ersatzteillage rechnen.

Einen ersten Preisüberblick finden Sie in einer Oldtimerbörse im Internet. Sie können auch einen Blick auf den Deutschen Oldtimer Index (DOX) werfen.

Der beliebteste Oldie in Deutschland ist der VW Käfer. Auch der Mercedes Benz Typ W sowie der R 107 haben viele Fans. Und wer erinnert sich nicht an den Opel Diplomat, den BMW 02 oder den Audi 80. Im höheren Preissegment findet sich beispielsweise der Porsche 356.

Wo können Sie einen Oldtimer kaufen?

Der Oldtimermarkt ist groß und es bestehen viele verschiedene Möglichkeiten, Ihren Traumwagen zu finden:

  • Oldtimer-Händler: Hier können Sie nicht nur eine gute Beratung erwarten. Ein großes Plus ist die Garantie.
  • Privatverkäufer: Hier können Sie mit viel Glück gute und günstige Oldtimer finden. Angebote von Privatleuten, die einen Oldtimer verkaufen wollen, finden Sie beispielsweise in den Kleinanzeigen. Besonders wichtig ist hier der gründliche Check des Fahrzeugs.
  • Oldtimer-Messe: Auf speziellen Messen können Sie auch Oldtimer-Traktoren oder –Lkw kaufen.
  • Oldtimer-Auktion: Bei einer Oldtimer-Versteigerung denken viele an die renommierten Auktionshäuser, wo echte Schmuckstücke zu horrenden Preisen den Besitzer wechseln. Doch mittlerweile sind die Autoversteigerungen nicht nur den Luxus-Marken vorbehalten, auch Ottonormalverbraucher verkaufen hier ihre Oldies.
US-Oldtimer kaufen
Auch amerikanische Modelle – beispielsweise der Ford Mustang – erfreuen sich großer Beliebtheit. Damit Sie einen solchen Klassiker Ihr Eigen nennen können, sind jedoch einige Hürden zu überwinden. Der Import muss geklärt werden, ebenso müssen alle erforderlichen Papiere vorliegen. Wer weniger Arbeit haben möchte, kann sich an einen auf US-Oldtimer spezialisierten Händler wenden. Dieser übernimmt alle notwendigen Schritte.

Die Begutachtung – Schauen Sie ganz genau hin

Wenn Sie Oldtimer-Autos kaufen, ist die Begutachtung des Unterbodens unerlässlich.

Wenn Sie Oldtimer-Autos kaufen, ist die Begutachtung des Unterbodens unerlässlich.

Der Oldtimerhandel ist ein lukratives Geschäft – nicht selten tummeln sich hier schwarze Schafe. Aus diesem Grund sollten Sie Ihr Wunschfahrzeug – wie bei jedem Gebrauchtwagenkaufgründlich überprüfen.

Prüfen Sie zunächst die Papiere: sind diese vollständig? Ist der originale Fahrzeugbrief vorhanden? Liegt ein Gutachten vor, falls der Wagen über ein H-Kennzeichen verfügt?

Untersuchen Sie das gesamte Fahrzeug auf Roststellen. Vergessen Sie auch nicht die Inspektion des Unterbodens, hier verstecken sich häufig schwerwiegende Mängel.

Achten Sie außerdem darauf, dass die Spaltmaße an Türen und Hauben nicht zu groß sind. Hier kann sonst Feuchtigkeit ins Fahrzeug eindringen. Ein weiteres Indiz hierfür ist muffiger Geruch im Fahrerraum. Schauen Sie auch unter den Teppichen nach Zeichen für Feuchtigkeit.

Begutachten Sie außerdem den Motor. Können Sie Leckstellen entdecken? Sind Dichtungen porös? Wurden alle wichtigen Flüssigkeiten – Kühlwasser, Motoröl etc. – aufgefüllt?

Öffnen Sie den Öldeckel: Lässt sich hier Schlamm feststellen, kann das darauf hinweisen, dass der Ölwechsel vernachlässigt wurde.

Oldtimer-Motorräder kaufen – Darauf sollten Sie achten

Auch für Motorrad-Oldtimer ist der Markt gut aufgestellt. Bei der Begutachtung sollten Sie stets alle Unterlagen auf Vollständigkeit prüfen.

Setzen Sie außerdem auf etablierte Marken, wie zum Beispiel Harley Davidson, wenn Sie Oldtimer-Motorräder kaufen möchten. So stellen Sie sicher, dass Sie nötige Ersatzteile wirklich bekommen.

Überprüfen Sie das Kraftrad genau und machen Sie auf jeden Fall eine Probefahrt. Meist lohnt sich auch hier eine Begutachtung durch einen Fachmann.

Die Probefahrt – Ein wichtiger Schritt

Nicht nur für günstige Oldtimer sollte eine Probefahrt obligatorisch sein.

Nicht nur für günstige Oldtimer sollte eine Probefahrt obligatorisch sein.

An die Begutachtung des Fahrzeugs schließt sich die Probefahrt an. Der Wagen sollte noch nicht warm sein, starten Sie ihn auf jeden Fall kalt – ansonsten können mögliche Startprobleme unentdeckt bleiben.

Sind ungewöhnliche Geräusche zu vernehmen? Funktionieren alle Zubehörteile? Wie kommen Sie mit der Lenkung zurecht? Testen Sie vor allem die Bremsen und die Kupplung. Ein schadhaftes Getriebe kann teuer werden.

Nach der Fahrt sollten Sie noch einmal einen Blick in den Motorraum werfen. Es dürfen keine Flüssigkeiten ausgetreten sein. Sollte dies doch der Fall sein, kann dies auf schwerwiegende Mängel hinweisen.

Sind Sie sich unsicher, können Sie einen Oldtimer-Check bei einem Fachmann durchführen lassen. Hierfür fallen zwar Kosten an, dafür wissen Sie nach dem Check aber genau, ob sich der Kauf wirklich lohnt.
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Ein Gedanke zu „Oldtimer kaufen – Tipps für den Kauf eines echten Klassikers

  1. Fine

    Vielen Dank für den interessanten Beitrag. Meine Frau und ich sind total begeistert von Oldtimern und wollen uns nun auch bald unseren ersten Wagen zulegen. Ich denke der Beitrag und die Tipps sind dabei sicherlich sehr hilfreich. Im Internet haben wir auch schonen einen Gutachter für Oldtimer gefunden, den wir sicherlich auch mal zu Rate ziehen werden.

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