Kfz-Versicherungsklassen: Diese Faktoren bestimmen die monatlichen Kosten

Von Autokauf.org, letzte Aktualisierung am: 16. Juli 2020

Ein Kraftfahrzeug verursacht nicht nur in der Anschaffung hohe Kosten. Auch der Unterhalt schlägt mit einigen Euro zu Buche. Neben anstehenden Reparaturen muss das Fahrzeug auch versichert werden.

Dabei gibt es unterschiedliche Versicherungsklassen. Diese sollen Schäden, die an anderen Fahrzeugen verursacht werden, abdecken. Auch das eigene Kfz kann durch eine Versicherung für den Schadensfall abgesichert werden.

Versicherungsklassen: Kurz und Knapp
Welche Versicherungsklassen für ein Kfz gibt es?

Es gibt zum einen die Kaskoklassen, wenn Sie das Fahrzeug vor Schäden abdecken müssen. Zum anderen gibt es die Kfz-Haftpflichtversicherung.

Welche Versicherungsklasse ist Pflicht?

Von den Autoversicherungsklassen sind Sie dazu verpflichtet, eine Haftpflicht abzuschließen. Dadurch ist sichergestellt, dass Schäden abgedeckt werden, welche Sie selbst an anderen Kraftfahrzeugen verursachen.

Was sind Typen- und Regionalklassen?

Die Unterteilung in Typenklassen erfolgt anhand der Schaden- und Unfallbilanzen, die auf ein bestimmtes Kfz zutreffen. Bei der Bemessung der Regionalklasse spielen die regionalen Unfallbilanzen der einzelnen Fahrzeuge eine wichtige Rolle. Durch diese wird der Preis für eine Kfz-Versicherung bestimmt.

Doch welche Versicherungsklassen fürs Auto gibt es genau? Wie hoch kann die Versicherungsprämie ausfallen und durch welche Faktoren wird diese beeinflusst? Diesen Fragen geht der nachfolgende Ratgeber auf den Grund und informiert Sie umfassend.

Welche Versicherungsklassen für Pkw gibt es? 

Unterschiedliche Versicherungsklassen können Sie für den Schadensfall absichern.
Unterschiedliche Versicherungsklassen können Sie für den Schadensfall absichern.

Haben Sie sich ein neues Kfz angeschafft, müssen Sie dieses erst einmal bei der Zulassungsstelle anmelden. Damit dieser Schritt vollzogen werden kann, müssen Sie für den Wagen eine Haftpflichtversicherung abschließen.

Dabei handelt es sich um eine Pflichtversicherung. Diese soll Schäden abdecken, welche Sie mit Ihrem Auto an anderen Kfz verursachen. Kratzer, Beulen oder andere Unfallschäden am eigenen Fahrzeug sind dadurch allerdings nicht abgesichert.

Soll auch der eigene Wagen geschützt werden, müssen Sie noch eine der nachfolgenden beiden Versicherungsklassen abschließen:

  • Teilkaskoversicherung: Durch eine Teilkaskoversicherung können Sie auch Schäden am eigenen Fahrzeug absichern. Welche Leistungen genau enthalten sind, variiert je nach Anbieter. Die nachfolgenden Schäden sind jedoch in aller Regel bei dieser Versicherungsklasse abgedeckt: Diebstahl des Kfz oder einzelner Teile, Brand- und Explosionsschäden, Schmorschäden durch einen Kurzschluss, Glasbruch, Kollisionen mit Haarwild sowie Sturm-, Hagel-, Blitz und Überschwemmungsschäden.
  • Vollkaskoversicherung: Wie Sie den Ausführungen zur Teilkasko entnehmen können, werden durch diese Versicherung keine Schäden am eigenen Fahrzeug abgedeckt, die durch einen selbstverschuldeten Unfall entstehen. Diese Leistung ist hingegen bei der Vollkasko integriert. Dabei handelt es sich um den umfassendsten Schutz für Ihr Fahrzeug. Dadurch sind die Kosten für eine Vollkasko entsprechend höher als bei einer Teilkasko.

Wichtig: Von diesen drei Versicherungsklassen sind Sie nur verpflichtet, eine Haftpflicht abzuschließen, andernfalls erfolgt keine Kfz-Zulassung. Teil- und Vollkasko sind optionale Leistungen, welche Sie buchen können. Letzteres Versicherungsmodell empfiehlt sich vor allem bei Neuwagen bzw. Fahrzeugen, die einen hohen Restwert besitzen. Für ein Auto, das nicht mehr so viel wert ist, reicht in aller Regel eine Teilkaskoversicherung vollkommen aus. Handelt es sich um einen sehr alten Wagen, kann es sogar Sinn ergeben, gänzlich auf eine Zusatzversicherung zu verzichten.

Wie wird der Preis für eine Kfz-Versicherung bestimmt? 

Die Einstufung bei der Kfz-Versicherung erfolgt über unterschiedliche Kriterien.
Die Einstufung bei der Kfz-Versicherung erfolgt über unterschiedliche Kriterien.

Wie viel Sie pro Jahr für Verträge in den einzelnen Versicherungsklassen ausgeben, hängt von vielen Faktoren ab. In diesem Zusammenhang sind auch die Typ- und Regionalklassen von großer Bedeutung. Auf diese gehen wir im weiteren Verlauf des Ratgebers noch einmal genauer ein.

Zunächst wollen wir Ihnen aber einige andere Faktoren vorstellen, welche den Beitrag für die jeweiligen Versicherungsklassen maßgeblich beeinflussen können. Der größte Faktor sind dabei natürlich die integrierten Leistungen.

Ein Teilkasko ist verständlicherweise billiger als eine Vollkasko, da letztere mehr Leistungen bietet. Ein weiterer wichtiger Kostenfaktor ist der sogenannte Schadensfreiheitsrabatt. Fahren Sie unfallfrei, steigt der Rabatt an und wird entsprechend auf Ihre Versicherungsprämie angerechnet.

Zudem kann sich die Zahlungsweise auf die Versicherungskosten auswirken. Bezahlen Sie die Prämie beispielsweise einmal im Jahr auf einen Schlag, ist dies in aller Regel günstiger, als wenn Sie monatlich die Beiträge leisten.

Auch der Selbstbehalt spielt eine Rolle für die Höhe der Versicherungsprämie. Damit ist der Betrag gemeint, welchen Sie im Schadensfall zur Reparatur dazugeben müssen. Lehnen Sie einen Selbstbehalt ab, steigen die Versicherungskosten entsprechend.

Gut zu wissen: Es gibt noch weitere Faktoren, welche bei den unterschiedlichen Versicherungsklassen den Preis beeinflussen. Das sind beispielsweise das Alter des Fahrers oder die jährliche Laufleistung des Fahrzeugs.

Typklassen bei der Kfz-Versicherung

Wie bereits erwähnt, spielt bei der Bemessung vom Beitrag für die einzelnen Versicherungsklassen auch die sogenannte Typklasse eine wichtige Rolle. Diese wird in regelmäßigen Abständen neu bewertet und kann somit auch Schwankungen unterlegen sein.

Für die Einstufung in eine Typklasse werden die Schadens- und Unfallbilanzen eines Fahrzeugs der letzten drei Jahre analysiert. Wurden wenige Schäden verursacht, wird das Fahrzeug in eine niedrigere Typklasse eingestuft. Bei vielen Schäden läuft es dementsprechend andersherum.

Gewöhnlich fließen die nachfolgenden Faktoren in die Bewertung ein (bedenken Sie, dass die Daten je nach Versicherungsklasse unterschiedlich gewichtet werden können):

  • Verkehrsunfälle
  • Fahrzeugbrände
  • Autodiebstähle
  • Glasschäden
  • Teilentwendungen

Wichtig: Für die Kfz-Haftpflichtversicherung haben allein die Statistiken zu Verkehrsunfällen eine Relevanz. Alle anderen Faktoren werden bei der Bestimmung zur Typklasse nicht einbezogen.

Regionalklassen bei der Kfz-Versicherung

Zu den Pkw-Versicherungsklassen gehört auch die Haftpflichtversicherung.
Zu den Pkw-Versicherungsklassen gehört auch die Haftpflichtversicherung.

Neben den Typklassen sind auch die Regionalklassen ein wichtiger Preisfaktor in Bezug auf die Teil- und Vollkasko sowie die Haftpflichtversicherung. Diese spiegeln die Schadensbilanz in unterschiedlichen Regionen Deutschlands wieder.

Eine entsprechende Einstufung der Regionalklassen nimmt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) vor. Für über 400 deutsche Zulassungsbezirke gibt der GDV eine Schadenbilanz heraus.

Für die Haftpflichtversicherung sind dabei die Schadenshäufigkeit in der Region sowie die durchschnittliche Schadenshöhe von großer Bedeutung. Regional kann es daher zu großen Unterschieden bezüglich der geforderten Versicherungsprämie kommen.

Achtung: Bei allen Versicherungsklassen können Sie in der Regel den Versicherungsschutz verlieren, wenn Sie vorsätzlich oder grob fahrlässig einen Unfall verursachen. Dasselbe gilt bei begangener Fahrerflucht. Die Versicherungsgesellschaft wird zwar zunächst für den Schaden aufkommen, kann den Versicherungsnehmer aber im Anschluss in Regress nehmen.

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Quellen und weiterführende Links

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