Auto privat verkaufen – was Sie dabei beachten müssen

Auto verkaufen: Privat oder an einen Händler?
Auto verkaufen: Privat oder an einen Händler?

Der private Fahrzeughandel in Deutschland ist in den letzten Jahren zu einer festen Größe beim Verkauf von Fahrzeugen geworden. Wollen Sie zum Beispiel einen Gebrauchtwagen verkaufen, ist dies privat in den gängigen Online-Portalen möglich.

Um einen guten Preis bei einem Autoverkauf von privat zu erzielen, müssen einige Dinge beachtet werden.

Worauf es dabei ankommt, welche Vorteile das Auto verkaufen von privat gegenüber einem Händler hat und wie Sie den Kaufvertrag gestalten sollten, lesen Sie im folgenden Ratgeber.

Auto privat verkaufen oder lieber an einen Händler?

Wenn Sie ein Kfz veräußern möchten, kommen verschiedene Methoden in Betracht: Das Auto privat verkaufen, es in Zahlung geben und mit dem Preis für das neue Kfz verrechnen lassen oder der Verkauf an einen Händler. Meist fällt die Entscheidung zwischen einem privaten Autoverkauf oder dem Gang zum Händler.

Wenn Sie privat Ihr Auto verkaufen, können Sie in der Regel einen höheren Preis erzielen. Der Händler bietet den Vorteil, dass Sie das Kfz relativ unkompliziert veräußern können und der Autohändler sämtliche Formalien (Ummeldung etc.) übernimmt.

Aber auch ein privater Autoverkauf wird immer einfacher, da im Internet zahlreiche Anbieter kostenlose Online-Inserate anbieten. So können Sie mit nur wenigen Klicks Ihr Fahrzeug inserieren und potenziellen Käufern die Möglichkeit geben, mit Ihnen in Kontakt zu treten.

Bei zahlreichen Anbietern können Sie Ihr Fahrzeug online kostenlos inserieren. Dabei müssen Sie lediglich Angaben zum Modell, Baujahr, Kilometerstand etc. machen. Potenzielle Käufer können Sie dann, je nachdem wie gewünscht, telefonisch oder per E-Mail kontaktieren.

Autoverkauf privat – die Vorbereitung

Bevor Sie das Auto privat verkaufen, ist eine gründliche Reinigung sinnvoll.
Bevor Sie das Auto privat verkaufen, ist eine gründliche Reinigung sinnvoll.

Bevor Sie das Auto online anbieten, um den Kfz-Verkauf privat durchzuführen, sollten Sie einige Vorbereitungen treffen. Wichtig ist, dass Sie alle Unterlagen, die das Fahrzeug betreffen, zusammentragen und auf Vollständigkeit prüfen.

In einem nächsten Schritt, sollten Sie das Kfz reinigen und optisch anschaulich aufbereiten.

Dazu sollten der Innenraum gereinigt werden und möglichst alle Gebrauchsspuren entfernt bzw. ausgebessert werden. Auch eine Außenreinigung ist sinnvoll.

Ist das Auto optisch in einem einwandfreien Zustand, können Sie Fotos machen. Eine Anzeige mit Foto erweckt mehr Interesse bei potenziellen Käufern, da diese sich einen ersten Eindruck von dem Wagen machen können.

Die Angaben zum Fahrzeug sollten im Inserat wahrheitsgemäß und möglichst genau sein. So können Interessenten vorab einen guten Einblick gewinnen. Geben Sie bestehende Mängel offen an, sodass bei einer möglichen Besichtigung keine „bösen Überraschungen“ entstehen können.

Um einen geeigneten Preis festzulegen, können Sie die Angebote andere Privatverkäufer, die ein ähnliches Fahrzeug anbieten, vergleichen. Auch eine Fahrzeugbewertung durch Schwacke oder die DAT kann sinnvoll sein.

Handelt es sich bei dem Auto, welches Sie privat verkaufen wollen, um ein Unfallfahrzeug, so müssen Sie diesen Umstand angeben.

Privater Autoverkauf – Besichtigung und Probefahrt

Ihren Pkw privat zu verkaufen, kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Ist die Anzeige erst einmal erstellt, können in den folgenden Stunden schon die ersten Anfragen bezüglich des Kfz eingehen. Je nachdem welche Einstellung Sie gewählt haben, können diese telefonisch oder auch per E-Mail beantwortet werden.

Ist ein Interessent von dem Angebot überzeugt, wird dieser einen Termin zur Besichtigung vereinbaren wollen. Sie sind dabei nicht gezwungen einen Wunschtermin des potenziellen Käufers zu ermöglichen.

Da Sie den Pkw-Verkauf privat leiten, können Sie auch einen Termin bestimmen. Natürlich sollte auch ein gewisses Entgegenkommen Ihrer Seite vorhanden sein, da Sie das Fahrzeug verkaufen möchten. Im Rahmen der Besichtigung kann auch eine Probefahrt vereinbart werden.

Sie sollten bei der Fahrt selbst anwesend sein. Möchte der Interessent selbst fahren, sollten Sie sich vorher den Führerschein zeigen lassen.

Ist das Auto bereits abgemeldet, wird für eine Probefahrt ein rotes Kennzeichen benötigt. Andernfalls darf das Fahrzeug auf öffentlichen Straßen nicht bewegt werden.

Privatverkauf vom Auto – der Kaufvertrag

Bei einem Verkauf von privat an privat sollten Sie die Papiere erst nach Erhalt der Gesamtsumme aushändigen.
Bei einem Verkauf von privat an privat sollten Sie die Papiere erst nach Erhalt der Gesamtsumme aushändigen.

Verläuft die Probefahrt erfolgreich und Sie haben von dem potenziellen Käufer einen guten Eindruck, stehen im nächsten Schritt die Preisverhandlungen an. Setzen Sie sich vor Beginn eine Untergrenze, damit Sie den Wagen im Eifer der Verhandlungen nicht unter dem von Ihnen gewünschten Wert veräußern.

Wenn Sie privat ein Auto verkaufen, wird es immer dazu kommen, dass der Interessent versucht den Preis runterzuhandeln.

Lassen Sie sich davon nicht beirren und halten Sie an Ihrer persönlichen Schmerzensgrenze fest.

Haben Sie sich auf einen Preis geeinigt, muss ein Kaufvertrag aufgesetzt werden. Dazu finden Sie diverse Vorlagen im Internet. Folgende Angaben sollten in jedem Fall enthalten sein:

  • Name und Anschrift beider Vertragspartner,
  • der Gesamtpreis für das Fahrzeug,
  • die Daten des Wagens und
  • die Zahlungsmethode.

Darüber hinaus kann ein Termin zur Übergabe der Fahrzeugpapiere festgelegt werden. Dabei sollten die Zulassungsbescheinigungen, der Bericht der letzten Hauptuntersuchen, das Inspektions-Scheckheft und die Bedienungsanleitung (sofern vorhanden) übergeben werden.

Wichtig: Händigen Sie die Papiere und die Schlüssel erst aus, sobald Sie den vollen Kaufpreis erhalten haben.

Weiterhin ist, wenn Sie Ihr Auto privat verkaufen, zu beachten, dass ein Gewährleistungsausschluss vertraglich festgehalten wird. Dazu zählt zum Beispiel eine Formulierung wie „gekauft wie gesehen“. Ist diese Klausel nicht enthalten, müssten Sie zwei Jahre lang für Mängel am Fahrzeug haften.

Die Klausel umschließt allerdings keine Mängel, die arglistig verschwiegen wurden. Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) ist dies in Paragraph 444 festgehalten:

Auf eine Vereinbarung, durch welche die Rechte des Käufers wegen eines Mangels ausgeschlossen oder beschränkt werden, kann sich der Verkäufer nicht berufen, soweit er den Mangel arglistig verschwiegen oder eine Garantie für die Beschaffenheit der Sache übernommen hat.

Auto-Privatverkauf – diese Fehler sollten Sie vermeiden

Ein Auto privat zu verkaufen bietet unterschiedliche Vorteile, allerdings sollten Sie einige Fehler vermeiden:

  • Verkaufen Sie nicht an eine Person, die einen unseriösen Eindruck auf Sie macht.
  • Als Zahlungsmethode sollte immer eine Barzahlung vereinbart werden.
  • Händigen Sie die Papiere und den Schlüssel nicht aus, bevor Sie den vollen Kaufpreis erhalten haben.
  • Handelt es sich um einen Unfallwagen, darf dieser Umstand nicht verschwiegen werden und ist in den Kauvertrag mit aufzunehmen.

Beachten Sie diese Punkte, steht einem Autoverkauf privat nichts mehr im Wege. Im Folgenden erhalten Sie die Vorteile, wenn Sie ein Auto privat verkaufen, auf einen Blick:

  • Es werden in der Regel höhere Verkaufspreise erzielt.
  • Bei einem Verkauf von privat an privat wissen Sie genau, wem Sie Ihr Auto verkaufen, da Sie den Käufer persönlich kennenlernen.
  • Wird privat ein Autoverkauf durchgeführt, haben Sie einen großen Verhandlungsspielraum. Sie können den Preis selbst bestimmen und müssen nicht unter diesem Wert verkaufen.
  • Die Inserate sind meist kostenlos, somit entfällt die Provision an einen möglichen Zwischenhändler.
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