Das Automatikgetriebe – Luxusgut oder Benzinfresser?

Ende der 1930er-Jahre ging in Amerika das erste Automatikgetriebe in Serie. Deutschland zog in den 50er Jahren nach und produzierte selbst Automatik für Autos. Im Laufe der Zeit gab es dabei immer Neuerungen und neue Modelle der automatischen Getriebe.

Heutzutage wird diese Art des Schaltgetriebes als wertsteigernd für Fahrzeuge angesehen. Es erhöht den Komfort beim Fahren und wirkt sich somit positiv in der Fahrzeugbewertung aus.

Dadurch handelt es um ein Extra, für das ein entsprechender Aufpreis in der Anschaffung gezahlt werden muss. Kfz mit einem klassischen Schaltgetriebe sind die billigere Variante. Weiterhin wird einem Auto mit Automatik nachgesagt, dass es mehr Sprit verbrauche.

Ob diese Behauptung stimmt, wie sich die Auto-Getriebe in ihrer Funktionsweise unterscheiden und wie ein Getriebe am Auto instandgesetzt wird, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

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Automatikgetriebe oder Gangschaltung?


Bei einem Automatikgetriebe ist das manuelle Einlegen der Gänge nicht nötig.
Bei einem Automatikgetriebe ist das manuelle Einlegen der Gänge nicht nötig.

Das Getriebe dient grundsätzlich dazu, die Motordrehzahl auf die Antriebsdrehzahl zu übersetzen. Ohne dieses funktioniert kein Automotor. Ein automatisches Getriebe unterscheidet sich in der Funktion nicht wesentlich von der klassischen Gangschaltung.

Lediglich das manuelle Schalten entfällt. Im Folgenden sollen beide Varianten vorgestellt und ihre Funktionsweise kurz beschrieben werden:

  • Gangschaltung: Sie funktioniert über bewegliche, ineinandergreifende Zahnräder. Des Weiteren werden drei verschiedene Wellen unterschieden: Eingangswelle (wird vom Motor angetrieben), Vorgelegewelle (nimmt die Bewegung auf und gibt sie über die Zahnräder weiter) und Ausgangswelle( bewegt die Antriebsachse). Wir nun ein Gang eingelegt, verändert sich die Verteilung der Antriebskraft auf die Zahnräder. Um einen Gang überhaupt einlegen zu können, muss die Kupplung getreten werden. Das Kuppeln versetzt den Motor in den Leerlauf, sodass die Zahnräder beweglich werden.
  • Automatikgetriebe: Der wesentliche Unterschied ist, dass bei einem Auto mit Automatikgetriebe die Kupplung nicht vorhanden ist. Das Kuppeln entfällt also. Dabei existieren verschiedene Varianten von Automatikmodellen. Ein manuelles Schalten ist aber in der Regel auch möglich. Des Weiteren kann mit dem Schalthebel zwischen „P“ (Parken), „R“ (Rückwärtsgang), „D“ (Drive, also fahren) und „N“ (neutral, Leerlauf) gewählt werden.
Klassisches automatisiertes Schaltgetriebe (ASG): Herkömmliches Schaltgetriebe, das um eine automatisierte Schaltkomponente erweitert ist. Über den Wählhebel kann der Fahrer allerdings einen höheren oder niedrigeren Gang anordnen.

Doppelkupplungsgetriebe (DKG, DSG, PDK): Ermöglicht durch zwei Teilgetriebe einen vollautomatischen Gangwechsel. Die Steuerung wählt die Gänge selbstständig und ein Gangwechsel geht ohne Zugkraftverlust vonstatten.

Bei Ihrer ersten Fahrt in einem Wagen mit einem Getriebe auf Automatik, sollten Sie darauf achten, dass Ihr linker Fuß die ganze Zeit unbenutzt bleibt. Wollen Sie aus Gewohnheit die Kupplung treten, besteht die Gefahr, dass Sie die Bremse betätigen. Durch ein ungewolltes Bremsen können schwere Unfälle entstehen.

Ist der Motor gestartet und der Schalthebel steht auf „D“, rollen Autos mit Automatikgetriebe los, sofern die Bremse nicht betätigt wird.

Automatikgetriebe – die Instandsetzung

Bei einem Automatikgetriebe kann die Instandsetzung hohe Kosten verursachen.
Bei einem Automatikgetriebe kann die Instandsetzung hohe Kosten verursachen.

Wenn das Getriebe von einem Auto kaputt geht, entstehen für die Reparatur meist hohe Kosten. Dabei ist zu unterscheiden, ob es sich um einen Totalausfall des Getriebes oder um einen reparablen Fehler handelt. Je nachdem werden die Kosten erheblich beeinflusst.

Ein Austausch des Getriebes ist kompliziert und sehr zeitaufwendig. Je nach Modell und Fahrzeugart ist schon die Anschaffung einer neuen Schaltvorrichtung mit Kosten im mittleren vierstelligen Bereich verbunden. Zusätzlich ist der Einbau sehr kostspielig.

Allerdings ist aufgrund der Komplexität eines Automatikgetriebes eine Instandsetzung oft noch teurer. Im Einzelfall müssen Sie abwägen, was sich für Sie finanziell lohnt. In einer Werkstatt können Sie sich einen Kostenvoranschlag einholen. Der Kfz-Mechaniker wird Sie entsprechend beraten und Ihnen Ihre Optionen aufzeigen.

Da die Reparatur eines Automatikgetriebes komplex und umfangreich ist, empfiehlt es sich eine Werkstatt aufzusuchen, die darauf spezialisiert ist. So vermeiden Sie Fehler bei der Instandsetzung.

Gebrauchtwagen mit Automatik

Wenn der eigene Pkw langsam aber sicher den Geist aufgibt und nicht mehr durch die Hauptuntersuchung (HU) kommt, stellt sich für den Halter die Frage, ob eine Reparatur wirtschaftlich noch Sinn macht. Sind die zu erwartenden Ausgaben hoch, sollte das Geld in ein neues Kfz investiert werden. Da die Preise für Neuwagen das Budget oft übersteigen, bleibt nur der Kauf eines Gebrauchtwagens übrig.

Um einen passenden zu finden, können Sie in den gängigen Online-Portalen suchen. Weitere Möglichkeiten sind die Fahrten zu Gebrauchtwagenhändlern oder das Durchstöbern von Zeitungsanzeigen. Ist das Getriebe für Sie ein wichtiger Faktor, können Sie gezielt nach einem Automatik-Gebrauchtwagen suchen.

Da bei einer Autobewertung diese Art des Getriebes wertsteigernd beurteilt wird, steigen die Kosten, wenn Sie ein Automatik-Auto gebraucht kaufen. Ist ein passendes Angebot gefunden, sollten Sie einen Termin zur Besichtigung und eine Probefahrt vereinbaren.

Sind Sie selbst kein Fachmann, was Kfz angeht, empfiehlt es sich bei teuren Gebrauchtwagen, ein Wertgutachten erstellen zu lassen. Ein unabhängiger Gutachter wird den Wert des Fahrzeugs bestimmen. Somit laufen Sie nicht Gefahr, „die Katze im Sack“ zu kaufen oder einen überteuerten Preis zu bezahlen.

Kaufen Sie einen Gebrauchtwagen von einem Händler, muss dieser laut Bundesgerichtshof (BGH)-Urteil eine Gewährleistung von zwei Jahren garantieren.

Kleinwagen mit Automatik – wie ist der Benzinverbrauch?

Ist eine Automatik im Gebrauchtwagen vorhanden, steigt der Preis für dieses Fahrzeug.
Ist eine Automatik im Gebrauchtwagen vorhanden, steigt der Preis für dieses Fahrzeug.

Automatikgetriebe sind oft dem Vorurteil ausgesetzt, dass sie einen deutlich höheren Benzinverbrauch verursachen würden.

Dieses Urteil mag bei früheren Modellen noch stimmen, seit der Einführung der Doppelkupplungsgetriebe ist es allerdings falsch.

Es existieren mittlerweile sogar Neun-Gang-Automatikgetriebe, die den Kraftstoffverbrauch erheblich senken.

Dadurch kann ein Schaltgetriebe, was den Verbrauch angeht, unterboten werden. Letztendlich spielt auch immer die Fahrweise des Nutzers eine Rolle.

Wer immer mit hoher Drehzahl fährt, hat mit einem Schaltgetriebe einen deutlich höheren Verbrauch als mit einer Automatik.

Lohnt es sich nun ein Automatik-Auto zu kaufen? Im Folgenden sollen einige Vor- und Nachteile beschrieben werden:

Vorteile eines Automatikgetriebes

  • Das Schalten entfällt, Sie können sich voll und ganz auf den Verkehr konzentrieren. Das erhöht den Fahrkomfort.
  • Wirkt sich wertsteigernd bei einer Fahrzeugbewertung aus.
  • Kann mit der neuesten Technologie spritsparender sein.
  • Sie können den Wagen nicht mehr „abwürgen“.

Nachteile eines Automatikgetriebes

  • Sind in der Anschaffung teurer.
  • Bei älteren Modellen kann der Kraftstoffverbrauch höher sein.
  • Die Gefahr, auf die nicht vorhandene Kupplung treten zu wollen und dabei versehentlich die Bremse zu betätigen, besteht.

Für welche Art des Getriebes Sie sich entscheiden hängt letztendlich auch von Ihren individuellen Wünschen ab. Gehört für Sie das Schalten zum Autofahren dazu, gibt es keinen Grund auf ein klassisches Schaltgetriebe zu verzichten. Setzen Sie auf Komfort während der Fahrt, kann ein Automatikgetriebe sinnvoll sein. Vor allem entscheidet aber das Budget über diese Art der Anschaffung.

Ein Automatikgetriebe kann auch nachgerüstet werden. Allerdings sind die Einbaukosten enorm, sodass es sich in vielen Fällen nicht lohnen würde. Der Einbau an sich ist sehr zeitaufwendig, was ebenfalls eine hohe Werkstattrechnung verursacht.
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3 Gedanken zu „Das Automatikgetriebe – Luxusgut oder Benzinfresser?

  1. Franzi H.

    Danke für den Beitrag zum Automatikgetriebe. Bei meiner Schwester war das Automatikgetriebe kaputt. Bei der Reparatur wurde dann auch festgestellt, dass die Einspritzpumpe repariert werden muss. Bei ihr hat es sich bemerkbar gemacht, dass ihr Gang nicht mehr gewechselt wurde.

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  2. Mia

    Ein Bekannter hat in seinem Auto auch ein Doppelkupplungsgetriebe. Er will sein Auto auch verkaufen. Demnächst will er zum Autohandel gehen und erfragen, wie viel er für sein gebrauchtes Auto bekommt.

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