So können Sie den Bremsbelag prüfen

Sind die Bremsen abgefahren, können schwere Unfälle entstehen.
Sind die Bremsen abgefahren, können schwere Unfälle entstehen.

Die Bremsen an einem Fahrzeug dienen dazu, dessen Geschwindigkeit zu verringern oder es zum Stehen zu bringen. Funktionierende Bremsen sind daher im Straßenverkehr unerlässlich. Daher müssen Sie in regelmäßigen Abständen die Bremsen kontrollieren und den Bremsbelag prüfen. Gerade wenn eine Vollbremsung nötig ist, kann durch regelmäßihe Wartung der Bremsanlage ein Unfall verhindert werden.

Abgefahrene Bremsbeläge beeinträchtigen die Leistung der Bremsen und können zu schweren Unfällen führen. Sind die Bremsbeläge abgefahren, führt dies zu einem Wertverlust des Autos. Möchten Sie ein Auto kaufen oder verkaufen, sollten Sie in jedem Fall den Bremsbelag prüfen lassen, gegebenenfalls in einer Werkstatt.

Der folgende Ratgeber informiert Sie, wie Sie Bremsbeläge und Bremsflüssigkeit prüfen, wie Sie die Bremsscheiben kontrollieren und was bei einem Bremsen-Check zu beachten ist.

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Die Scheibenbremse


Die Scheibenbremse ist die gängigste Art der Bremse für Fahrzeuge in Deutschland. Sie funktioniert wie folgt: Der Fahrer betätigt das Bremspedal, welches an einen Hydraulikzylinder angeschlossen ist. Von dort wird Druck an die vier Räder weitergegeben.

Die Bremsflüssigkeit drückt feststehende Bremsbeläge an die Bremsscheibe. Durch die entstehende Reibung verzögert das Fahrzeug. Je stärker der Tritt aufs Bremspedal, desto stärker die Reibung und somit auch die Verzögerung.

Die Bremsbeläge nutzen sich durch die Reibung schneller ab als die Bremsscheiben. Daher müssen Sie in regelmäßigen Abständen den Bremsbelag prüfen.

Bremsbelag prüfen

Moderne Fahrzeuge besitzen eine elektronische Verschleißanzeige, welche Sie darauf aufmerksam macht, dass Ihre Bremsbeläge abgefahren sein könnten. Sie sollten bei diesem Hinweis Ihren Bremsbelag umgehend prüfen. Diese Prüfung können Sie selbst vornehmen, oder die Wertstatt Ihres Vertrauens aufsuchen.

Ein Bremsen-Check kann in der Werkstatt durchgeführt werden.
Ein Bremsen-Check kann in der Werkstatt durchgeführt werden.

Bremsbeläge müssen seit September 1999 zur Qualitätssicherung einer Norm entsprechen. Ist auf dem Bremsbelag eine R-90 Nummer zu sehen, so entspricht er der „ECE-R90“ Norm. Ein Reibstoff wird auf der Trägerplatte bei einem Bremsbelag aufgebracht.

Generell werden Bremsbeläge bei einer Scheibenbremse verwendet. Bremst das Fahrzeug, werden die Bremsbeläge auf die sich drehende Scheibe gepresst und bremsen so das Auto ab. Durch die entstehende Reibung nutzen sich die Bremsbeläge ab, sodass abgefahrene Bremsbeläge entstehen können.

Laut StVZO müssen Fahrzeuge in Deutschland über ein Zweikreisbremssystem verfügen. Das heißt, beide Bremsen funktionieren unabhängig voneinander. So soll ein Totalausfall der Bremsen vermieden werden.

Bremsen-Check

Müssen Sie Ihre Bremsbeläge prüfen, sollten Sie folgendermaßen vorgehen:

  • Prüfen Sie die Bremsflüssigkeit. Der Ausgleichsbehälter ist der kleinste durchsichtige Behälter im Motorraum. Die Menge der Bremsflüssigkeit sollte zwischen dem angezeigten Maximum und Minimum liegen. Merken Sie sich die ungefähre Menge der Flüssigkeit.
  • Schlagen Sie vorne die Räder ein, um einen Blick auf die Bremsscheiben zu werfen. Sollten Sie tiefe Rillen (ähnlich wie bei einer Schallplatte) erkennen, sollten die Bremsscheiben gewechselt werden. Ist eine Bremsscheibe erst einmal defekt, haben Sie einen sehr hohen Verschleiß der Bremsbeläge.
  • Achten Sie beim Fahren des Autos genau auf mögliche Geräusche. Vernehmen Sie mehlende, reibende Geräusche, sollten sie den Bremsbelag prüfen. Allerdings sind bei den ersten Bremsungen nach längerer Standzeit solche Geräusche immer zu hören. Die Geräusche weisen erst nach mehrmaligem Bremsen auf abgefahrene Bremsbeläge hin.
  • Nach der Fahrt sollten Sie den Stand der Bremsflüssigkeit erneut testen. Ein Flüssigkeitsverlust kann entstehen, wenn die Bremskolben mangels Belegstärke näher zur Scheibe wandern.
Stellen Sie, während Sie die Bremsscheiben kontrollieren, Rostspuren fest, müssen Sie sich keine Sorgen machen. Es handelt sich um sogenannten „Flugrost“. Dieser wird einfach „weggebremst“.

Wertverlust durch mangelhafte Bremsen

Ein regelmäßiger Bremsen-Check erhöht die Sicherheit des Kfz.
Ein regelmäßiger Bremsen-Check erhöht die Sicherheit des Kfz.

Eine Bremse, die nicht mehr richtig funktioniert, ist nicht nur gefährlich, sie mindert auch den Wert des Fahrzeugs. Daher sollten Sie beim Autokauf oder Verkauf stets den Bremsbelag prüfen und darauf achten, dass dieser funktioniert und nicht abgenutzt ist.

Sind die Bremsen abgefahren, sollten Sie eine Werkstatt aufsuchen und den Bremsbelag auswechseln, das wirkt sich auch wertsteigernd bei einer Fahrzeugbewertung aus. Wenn Sie regelmäßig Ihre Bremsen kontrollieren, können Sie die Kosten möglichst gering halten.

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