Das Motorrad und dessen Bewertung- was es dabei zu beachten gilt

Ein Motorrad zu besitzen ist für viele Menschen ein Gefühl von Freiheit. Beim Fahren den Wind um die Ohren gepustet zu bekommen und auf der Route 66 der Sonne entgegen zu fahren, ist für viele Motorradfahrer ein Lebenstraum. Die Anschaffung eines solchen Kraftrads ist allerdings nicht billig. Ein gutes Motorrad hat seinen Preis. Oft wird das Motorrad dann nach der Anschaffung nicht mehr ausreichend genutzt und muss weiterverkauft werden.

Um eine Preisvorstellung zu bekommen, muss eine Motorrad-Bewertung erfolgen. Die Bewertung von einem Motorrad kann auf unterschiedliche Arten vorgenommen werden. Der folgende Ratgeber gibt Ihnen einen Überblick, welche Kriterien wichtig sind, um den Motorrad-Wert zu ermitteln, wo das Motorrad bewerten kostenlos erfolgt und wann sich ein Wertgutachten fürs Motorrad lohnt.

Lassen Sie Ihr Motorrad bewerten!


Motorrad-Bewertung

Durch eine Motorrad-Bewertung können Sie den Wert Ihres Zweirads ermitteln lassen.
Durch eine Motorrad-Bewertung können Sie den Wert Ihres Zweirads ermitteln lassen.

Wollen Sie Ihr Motorrad verkaufen, stellt sich die Frage „Wieviel ist mein Motorrad Wert?“. Eine Wertermittlung von Ihrem Motorrad kann in einem ersten Schritt von Ihnen selbst vorgenommen werden. Sie können auf den gängigen Onlineportalen die Preise für Krafträder, die Ihrem ähnlich sind, vergleichen. Dadurch lässt sich der Motorrad-Wert allerdings nur schätzen. Wichtige Kriterien sind:

  • Marke des Motorrads
  • Ausführung (Modell)
  • Alter (Baujahr)
  • Kilometerstand
  • Datum der Erstzulassung
  • Kubikzentimeter (ccm)
  • KW/PS
  • Farbe des Fahrzeugs
  • Getriebe
  • Kraftstoff
  • Datum der letzten HU
  • Zustand der Reifen, Felgen und Radkappen
  • Kratzer oder Rost
  • Eventuelle Reparaturkosten, die durch Schäden am Auto anfallen können
  • Sonstige Mängel (Unfallfahrzeug)
  • Sonderausstattung

Allein aus diesen Kriterien lässt sich ein Motorrad nicht bewerten. Angebot und Nachfrage bestimmen in der Regel den Preis. Um Ostern beginnt die Motorradsaison. Dementsprechend steigt in diesem Zeitraum die Nachfrage dieser Krafträder und sie können höhere Verkaufssummen generieren.

DAT und Schwacke-Liste

Die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) ist ein Marktforscher im Automobilsektor. Sie wurde 1931 gegründet und ermittelt Fahrzeugwerte aufgrund der Analyse von Angebot und Nachfrage auf dem Markt. Die DAT-Liste (unter dem Titel Marktspiegel herausgegeben), bietet vielen Händlern eine Kalkulationsgrundlage für Einkaufs- und Verkaufswerte verschiedener Fahrzeuge.

Den Wert vom Motorrad schätzen, können Sie mit Schwacke-Liste oder DAT.
Den Wert vom Motorrad schätzen, können Sie mit Schwacke-Liste oder DAT.

Im Internet können Sie eine individuelle Motorrad-Bewertung durch die DAT durchführen lassen. Sie müssen lediglich alle relevanten Daten in das System eingeben und bekommen im Anschluss den Zeitwert von Ihrem Motorrad angezeigt. Dieser Service der DAT ist kostenlos. Allerdings stützt sich die Analyse nur auf Statistiken, die nicht immer der Realität entsprechen müssen.

Die Schwacke-Liste wurde von dem Automobilhändler Hanns W. Schwacke 1957 erstmal herausgegeben. In Ihr enthalten waren 40 Automodelle. Heute ist Schwacke eine wichtige Grundlage der Fahrzeugbewertung für Händler. War die Schwacke-Liste damals nur für Autos vorgesehen, gibt es sie heute in 20 verschiedenen Variationen. Neben Booten und Wohnwagen, werden auch die Restwerte für Motorräder angegeben.

Um die Liste zu erstellen, werten die Mitarbeiter verschiedene Kauf- und Verkaufsdaten von Fahrzeugen aus. Sie registrieren monatlich rund 700.000 Anzeigen, welche in eine Datenbank eingegeben werden. Der Computer wertet die Daten aus und bestimmt so den Mittelwert der einzelnen Fahrzeuge. Diese Werte werden mit der Realität abgeglichen, um zum Beispiel regionale Unterschiede zu berücksichtigen. Es handelt sich allerdings nur um Durchschnittswerte.

Durch Korrekturtabellen können individuelle Merkmale jedes Fahrzeugs erfasst und ausgewertet werden. Eine individuelle Motorrad-Bewertung für Ihr Kraftrad ist online möglich. Ähnlich wie bei der DAT geben Sie alle relevanten Daten in das System ein. Im Anschluss wird der Restwert ihres Motorrads ermittelt. Diese Motorrad Wertermittlung kostet bei Schwacke 7,90 Euro.

Motorrad-Bewertung per Wertgutachten

Eine weitere Möglichkeit zur Bewertung von Ihrem Motorrad bietet ein Wertgutachten. Der Wert von Ihrem Motorrad wird dabei von einem Kfz-Sachverständigen ermittelt. Der Gutachter wird Ihr Motorrad genau inspizieren und im Anschluss ein umfassendes 6-seitiges Wertgutachten aushändigen.

Ein Wertgutachten für Ihr Motorrad kann von der DEKRA oder dem TÜV erstellt werden.
Ein Wertgutachten für Ihr Motorrad kann von der DEKRA oder dem TÜV erstellt werden.

Im Gutachten berücksichtigt werden im Wesentlichen die Kriterien, an denen sich auf die Schwacke-Liste orientiert. Allerdings ist das Wertgutachten genau auf Ihr Fahrzeug zugeschnitten. Der Gutachter macht zusätzlich Fotos von Ihrem Kraftrad. In der gutachterlichen Stellungnahme werden alle Kriterien zusammengefasst und ein Fahrzeugwert bestimmt.

Ob Sie ein Gutachten anfertigen lassen sollten, ist von Fall zu Fall verschieden zu beurteilen. Hat das Fahrzeug einen relativ hohen zu erwartenden Restwert ist ein Gutachten ratsam.

In der folgenden Tabelle sind verschiedene Anbieter und deren Preise für ein Wertgutachten zusammengefasst:

AnbieterGut­achten in einer Nieder­lassungGut­achten am Fahr­zeug­standort
DEKRA142,21 €wird nicht angeboten
TÜV125 €142,21 €
Privatwird in der Regel nicht angebotenca. 180 €

Tipps zum Motorradverkauf

Entscheiden Sie sich dazu, Ihr Motorrad zu verkaufen, sollten Sie es im Frühling bzw. Sommer inserieren. Zu diesen Jahreszeiten ist die Nachfrage besonders hoch und Sie können einen besseren Verkaufspreis erzielen. Generell ist zu empfehlen, das Motorrad privat zu verkaufen. Bei einem Händler können in der Regel geringere Summen verdient werden. Mit diesen Tipps können Sie Ihr Motorrad zum bestmöglichen Preis verkaufen:

  • Nachdem die Motorrad-Bewertung abgeschlossen ist und Sie eine Vorstellung haben, was Ihr Motorrad Wert ist, setzen Sie eine Schmerzgrenze für sich fest, unter der Sie nicht verkaufen werden.
  • Inserieren Sie das Fahrzeug auf verschiedenen Portalen online. Dafür müssen Sie zwar einige Zeit investieren, Sie erreichen so aber mehr potenzielle Käufer.
  • Reinigen Sie das Kraftrad gründlich. Der erste Eindruck kann entscheidend sein. Außerdem sollten Sie hochwertige Fotos machen um auf Ihr Fahrzeug aufmerksam zu machen.
  • Beschreiben Sie den Zustand detailliert und wahrheitsgemäß. Vorhandene Mängel müssen offen kommuniziert werden. Sollte Ihr Motorrad in einem Unfall verwickelt gewesen sein, so müssen Sie auch diesen Umstand angeben.
  • Hat sich ein Interessent gefunden, vereinbaren Sie einen Termin zur Besichtigung und Probefahrt. Lassen Sie sich vor der Probefahrt Führerschein und Personalausweis des Interessenten zeigen.
  • Besteht weiterhin Interesse, wird der Preis verhandelt und ein Kaufvertrag aufgesetzt. Bevor Sie Schlüssel und Papiere übergeben, sollten Sie das erhaltene Geld auf seine Echtheit prüfen lassen.
  • Notieren Sie Uhrzeit und Datum der Vertragsunterzeichnung. So sind Sie auf der sicheren Seite, falls der neue Halter nach dem Verkauf eine Ordnungswidrigkeit mit dem Motorrad begeht.
Wichtig: Beim Kaufvertrag sollten Sie die Klausel über einen „vollständigen Gewährleistungsausschluss“ einbringen. Wird dies nicht vertraglich festgehalten, müssen Sie in den nächsten zwei Jahren nach dem Verkauf für Mängel am Motorrad haften.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (53 Bewertungen, Durchschnitt: 3,96 von 5)
Loading...

3 Gedanken zu „Das Motorrad und dessen Bewertung- was es dabei zu beachten gilt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.