Bei einem Neuwagen Motor & Co einfahren – Tipps und Tricks

Viele Autokäufer fragen sich: "Wie fahre ich einen Neuwagen richtig ein?"

Viele Autokäufer fragen sich: “Wie fahre ich einen Neuwagen richtig ein?”

Der VW-Abgas-Skandal und drohende Fahrverbote für Diesel-Pkw in vielen deutschen Innenstädten: Angesichts der Entwicklungen der letzten Jahre und Monate sollte anzunehmen sein, dass sich die Deutschen von ihrem liebsten Kind – dem Auto – abwenden.

Dem ist jedoch nicht so. Laut Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes wurden im Jahr 2017 insgesamt rund 3,44 Millionen Neuwagen zugelassen. Im Vergleich mit dem Vorjahr stellt dies ein Plus von 2,7 Prozent dar. Als Grund dafür sehen viele Experten die gute wirtschaftliche Lage in Verbindung mit der schon lange anhaltenden Niedrigzinsphase.

Neuwagen einfahren: Kurz und Knapp
  • Muss man neue Autos heute noch einfahren? Diese Frage lässt sich mit einem klaren „Ja!“ beantworten.
  • Beim Einfahren von einem Neuwagen sollten Sie auf hohe Drehzahlen bei kaltem Motor verzichten. Ansonsten droht erhöhter Verschleiß, teilweise sind sogar Schäden möglich.
  • Möchten Sie ein neues Auto richtig einfahren, ist auch auf die Bremsen zu achten. Auf Vollbremsungen sollte innerhalb der ersten 200 bis 300 Kilometer verzichtet werden.
  • Wenn Sie ein fabrikneues Fahrzeug einfahren, sollten Sie es zudem zunächst nicht zu stark beladen und darauf achten, dass die Reifen nicht sofort über vollständigen Grip verfügen.

Viele Deutsche gönnen sich also ein fabrikneues Auto. Die Vorteile liegen auf der Hand: Das Kfz lässt sich haargenau an die eigenen Präferenzen anpassen, außerdem sind die Fahrzeuge mit der modernsten Technik ausgestattet. Ist der neue fahrbare Untersatz dann endlich da, stellt sich jedoch eine wichtige Frage: Muss ich meinen Neuwagen eigentlich einfahren oder ist das bei modernen Fahrzeugen gar nicht mehr nötig?

Muss ein Neuwagen überhaupt noch eingefahren werden?

Neues Auto einfahren: Egal ob Benzin oder Diesel getankt wird, der Motor sollte zunächst nicht unter Volllast laufen.

Neues Auto einfahren: Egal ob Benzin oder Diesel getankt wird, der Motor sollte zunächst nicht unter Volllast laufen.

Dass stolze Autobesitzer ihren Neuwagen einfahren müssen, galt lange Zeit als goldene Regel. Aufgrund der nicht voll ausgereiften Fertigung und Anpassung der verschiedenen im Motor eingesetzten Bauteile wurde Autofahrern stets dazu geraten, ihr Fahrzeug in den ersten 1.000 Kilometern behutsam zu fahren.

Des Weiteren wurde meist ein spezielles Motoröl – das sogenannte Einlauföl – verwendet, welches nach dieser Phase gewechselt werden musste. Der Grund dafür: Wegen der nicht ganz perfekten Abstimmung der Bauteile kam es innerhalb der ersten Kilometer zu einer vermehrten Reibung, welche wiederum darin resultierte, dass mehr Partikel ins Öl gelangten und dieses verschmutzten.

Doch wie verhält es sich mit modernen Fahrzeugen? Müssen Sie Neuwagen immer noch einfahren? Bei diesen sind die Bauteile durch eine präzise Herstellung mittlerweile so gut aneinander angepasst, dass weniger Unebenheiten als früher durch Kolbenbewegungen abgerieben werden müssen. Ein Einlauföl ist damit überflüssig geworden. Trotzdem sollten Sie ein neues Auto einfahren – egal ob Diesel oder Benziner. Wie das genau funktioniert, erfahren Sie im Folgenden.

Neues Auto einfahren: Tipps, um den Motor zu schonen

Neuwagen einfahren: Danach ist ein Ölwechsel in der Regel nicht nötig.

Neuwagen einfahren: Danach ist ein Ölwechsel in der Regel nicht nötig.

Wenn wir die Frage „Wie fährt man ein neues Auto richtig ein?“ beantworten wollen, müssen wir uns zunächst mit dem Motor auseinandersetzen. Bei falscher Fahrweise kann dieser nämlich Schaden nehmen, was in äußerst teuren Reparaturen resultieren kann.

Möchten Sie Ihren Neuwagen richtig einfahren, sollten Sie hohe Drehzahlen bei kaltem Motor tunlichst vermeiden. Ist der Motor noch nicht auf Betriebstemperatur, ist nämlich unter anderem das Motoröl noch nicht flüssig genug, um alle Teile vernünftig zu schmieren. Das führt dazu, dass es zu einem vermehrten Abrieb von Metall kommt, welcher das Öl verunreinigt und zu höherem Verschleiß führt. In einigen Fällen nimmt der Motor sogar gravierende Schäden.

Damit sich Kolbenringe und Zylinder richtig aufeinander einspielen können, sollten Sie deshalb, wenn Sie ein Neufahrzeug einfahren, darauf achten, in den ersten 1.000 Kilometern nur mit etwa zwei Drittel der verfügbaren Drehzahl zu fahren. Dabei sollten Sie darauf achten, nicht stets bei konstanter Drehzahl zu fahren. Leichte Schwankungen sind besser dazu geeignet, den Motor an verschiedene Belastungen zu gewöhnen. Eine Fahrt auf einer abwechslungsreichen Landstraße bietet sich daher meist eher an als auf der Autobahn.

Dies sollte Sie jedoch nicht dazu verleiten, mit zu niedriger Drehzahl zu fahren. Wenn Sie einen Neuwagen einfahren, kann auch dies negative Folgen haben. Der Grund dafür: Hierdurch erhöht sich die Reibung im Kolben, was zu mehr Hitze führt. Diese kann die Oberflächen schädigen.

Im folgenden Video ist noch einmal gut verständlich zusammengefasst, warum Autobesitzer ihren Neuwagen schonend einfahren sollten, damit der Motor keinen Schaden nimmt und sie lange ungetrübte Freude an ihrem fahrbaren Untersatz haben:

Fahrzeug einfahren: Die Bremsen arbeiten nicht sofort perfekt

Möchten Sie Ihren Neuwagen einfahren, ist jedoch nicht nur auf den Motor zu achten. Auch andere Bauteile sollten langsam und behutsam an eine volle Belastung herangeführt werden. Besonders wichtig ist hierbei die Bremse, stellt sie doch einen wichtigen Sicherheitsfaktor dar, der unbedingt einwandfrei funktionieren sollte.

In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass Bremsbelag und -scheibe sich erst einschleifen – also quasi aneinander anpassen – müssen, damit sie bestmöglich arbeiten. Dieser Prozess ist etwa nach 200 bis 300 Kilometern abgeschlossen. Während dieser Zeit sollten Sie auf Vollbremsungen – wenn möglich – verzichten. Fahren Sie also in der ersten Zeit ganz besonders vorausschauend.

Neuwagen haben oft einen besonderen Geruch. Während der eine Fahrer diesen besonders schätzt, empfinden ihn andere eher als störend. Gerade die Ausdünstungen neuer Kunststoffteile können etwa Kopfschmerzen verursachen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, ein neues Auto regelmäßig gut zu lüften.

Achten Sie auch auf die Reifen, wenn Sie einen Pkw einfahren

Wenn Sie einen Neuwagen einfahren, sollten Sie auch an die Reifen denken.

Wenn Sie einen Neuwagen einfahren, sollten Sie auch an die Reifen denken.

Neben Motor und Bremsen sollten Sie auch auf die Reifen achten, wenn Sie Ihren Neuwagen einfahren. Bei ihrer Herstellung werden die Reifen in einer Form „gebacken“. Damit sie problemlos wieder aus dieser herausrutschen können, wird ein Trennmittel auf die Oberfläche gegeben.

Dieses befindet sich im Anschluss immer noch auf den Reifen, was dazu führt, dass diese noch nicht über den perfekten Grip verfügen – die Straßenhaftung ist also in der ersten Zeit nicht zu hundert Prozent gegeben.

In dieser Zeit sollten Sie also besonders vorsichtig fahren und mit einem nicht ganz ausgewogenen Fahrverhalten rechnen. Nach etwa 150 bis 200 Kilometern ist das Trennmittel dann jedoch heruntergefahren.

Während Sie einen Neuwagen einfahren, sollten Sie außerdem berücksichtigen, dass Sie das Auto anfangs nicht zu stark beladen. Stoßdämpfer und Federn müssen sich erst an die alltägliche Belastung gewöhnen, weshalb Fahrten mit schwerer Ladung zunächst vermieden werden sollten.

Die genannten Tipps bezüglich der Reifen sind natürlich nicht nur zu beachten, wenn Sie einen Neuwagen einfahren. Immer wenn Sie neue Reifen aufziehen, also auch bei einem Gebrauchtwagen, sollten Sie daran denken, dass diese erst nach etwa 200 bis 300 Kilometern über den richtigen Grip verfügen.
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